Viele alte Menschen können wegen ihrer psychischen Erkrankungen in regulären Pflegeeinrichtungen nicht optimal betreut werden, fanden Marie Didden und Dirk Hillesheim. Sie haben sich zur „Option Mensch GmbH“ zusammengetan, um die kreisweit erste Einrichtung für Senioren mit Demenz, Alzheimer sowie mit seelischer oder psychischer Beeinträchtigung zu bauen.

Beim ersten Spatenstich für die „Residenz im alten Klösterchen“ fiel symbolisch der Startschuss für das mit 8,7 Millionen Euro veranschlagte Projekt, das an einem historischen Ort in Bad Breisig realisiert wird: auf dem Gelände des alten Klösterchens. Dort hatten die Waldbreitbacher Schwestern Ende des 19. Jahrhunderts ein kleines Kloster gegründet und später ein Altenheim betrieben. Lange stand die in Teilen denkmalgeschützte Immobilie nach dem Weggang der Schwestern in den 80er Jahren leer, bis die alte Kapelle und die zentrale und verkehrsgünstige Lage des „Klösterchens“ Didden und Hillesheim zur Umsetzung ihres Projekts inspirierte.

Zwei Jahre hätten Konzeptions- und Planungszeit gedauert. Ausdrücklich dankten sie der Verbandsgemeinde und der Stadt Bad Breisig sowie der Kreisverwaltung auch dafür, dass es nach Begutachtungen und Prüfungen dann von der Antragstellung bis zur Baugenehmigung nur sechs Monate gedauert habe, obwohl zehn Behörden beteiligt gewesen seien.

Weil der Nutzbau auf dem Gelände des alten Klosters durch den Leerstand unbewohnbar und marode geworden ist, soll er abgerissen werden und dort die Residenz mit sieben Wohneinheiten für jeweils zwölf Senioren mit Demenz, seelischen und psychischen Beeinträchtigungen entstehen.

Acht Millionen Euro sind alleine dafür vorgesehen. Individuell gestaltbare Privatzimmer sollen um eine offene Wohnküche mit Wohnzimmer gruppiert werden. Neben Pflegern und Therapeuten soll je eine „Präsenzkraft“ pro Gruppe die Bewohner aktivieren und ihnen bei der Alltagsbewältigung helfen. Im Gebäude an der Koblenzer Straße 42 – auf der anderen Seite der alten Kapelle – soll ebenfalls Wohnraum für Menschen mit seelischer und psychischer Beeinträchtigung entstehen.

Zunächst jedoch wird ein Schulungs- und Verwaltungstrakt verwirklicht. Er sollen Räume entstehen, die auch der öffentlichen Nutzung dienen – wie etwa für Trauungen in der Kapelle. Platz sein soll dort auch für eine Schule, in der benachteiligte oder beeinträchtige junge Menschen ihren Schulabschluss nachholen können.

Zuerst ist die Sanierung der denkmalgeschützten Bausubstanz bis April 2016 vorgesehen, bereits ab Mitte März sollen nach den Abrissarbeiten Rohbauplanung und Rohbauumsetzung folgen. Mit der Fertigstellung und Eröffnung wird für April 2017 gerechnet.

Für die Verbandsgemeinde und für die Stadt freuten sich die Bürgermeister Bernd Weidenbach und Gabriele Hermann-Lersch über das Projekt: Nicht nur weil man dem demografischen Wandel Rechnung trägt und wegen der vorgesehenen Beteiligung möglichst vieler regionaler Handwerksbetriebe beim Bau, sondern auch wegen der rund 50 geplanten neuen Arbeitsplätze.

(Andrea Simons)